Gibt es eine spezielle Bezeichnung für Leute, die die Dienste einer Prostituierten in Anspruch nehmen?

Im Gegensatz zu den Damen, die im horizontalen Gewerbe tätig sind, gibt es für ihre Kunden kaum originelle oder gar despektierliche Bezeichnungen. Daraus kann sicherlich auch im Allgemeinen die Sicht der Gesellschaft auf diese Thematik ersichtlich werden. Scheinbar kommen Männer, die körperliche Liebe gegen Geld als Dienstleistung entgegennehmen, in der öffentlichen Meinung besser weg als die Damen, die sie zu diesem Zwecke besuchen. Neben der ganz banalen Bezeichnung Kunde ist vor allem der Begriff Gast in dieser Branche gängig. Beides sind Begriffe, die nicht auf das eigentliche Ansinnen bzw. den eigentlichen Zweck der Zusammenkunft hinweisen. Der Begriff Gast wird häufiger als Kunde verwendet. Zumindest dieser Begriff lässt durchblicken, dass es sich hier um jemanden handelt, der einen Gastgeber aufsucht. Dieser Gastgeber behandelt ihn also als Gast, nämlich höflich und zuvorkommen und vor allem aber dessen Wünschen entsprechend. Ein häufiger Begriff aus vergangenen Tagen ist die Bezeichnung Freier. Der Begriff Freier ist der einzige im offiziellen deutschen Sprachgebrauch, der tatsächlich die Absicht des so bezeichneten Mannes eindeutig offenlegt. Der Begriff Freien stammt aus dem Altdeutschen und bedeutete ursprünglich so viel wie um die Gunst einer Dame zu buhlen in der Absicht, diese später zu ehelichen. Das ehelichen war ja zu dieser Zeit gleichbedeutend mit der Möglichkeit, Sex mit ihr zu haben. Wer also auf Freiers Füßen wandelte, war im Begriff, sich eine Ehefrau zu suchen. Im Zusammenhang mit dem horizontalen Gewerbe wird die Bezeichnung „auf Freiers Füssen“ hingegen nicht verwendet.